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  • Katja Rohsmanith

    Inszenierte Fotografie

     

    Warum sollte man sich mit Kunstwerken umgeben, die nicht leicht konsumierbar sind?

    Weil sie echt sind.

    Weil sie uns nicht kalt lassen, sondern spüren lassen, dass wir lebendig sind.

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    Katja Rohsmanith wurde in Siegen geboren, wuchs dort auf und studierte schließlich einige Semester freie Kunst an der Universität Siegen – in dieser Zeit war Malerei ihr künstlerisches Ausdrucksmittel. Eines Tages bekam sie eher zufällig eine Kamera in die Hände und legte sie von da an nicht mehr fort: der Apparat war wie eine dritte Hand. Sie begann ein Studium der Fotografie und Medienkunst an der Freien Kunstakademie Essen… .

    Sie lebt in Köln, und arbeitet seit 2010 als Fotokünstlerin.

    Ihre Fotografien konzipiert und realisiert sie mit kompromisslosem Perfektionismus alleine: sie arbeitet mit natürlichem bzw. vorgefundenem Licht, jeder Gegenstand, jedes skurrile Utensil wird sorgfältig ausgewählt und platziert, sie ist stets ihr eigenes Modell – denn so arbeitet sie am konzentriertesten – und nimmt alle daraus entstehenden Komplikationen bis hin zu blauen Flecken und Schürfwunden bei der Umsetzung in Kauf. Auch die Titel der Bilder sind von der Künstlerin akribisch erdacht und liefern bewusst keine schnellen Erklärungen, sondern eine weitere Facette, an der sich die Vorstellungskraft des Publikums entzünden kann – aber nicht muss.

    Der Blick der Betrachters wird unmittelbar durch die Farbkomposition angezogen. Signalartige Farbakzente, surreale Farbkompositionen oder dramatisches Hell-Dunkel, ästhetisch attraktiv, intensiv-sinnlich, oft beunruhigend. Bei genauerer Betrachtung entsteht dann das charakteristische ‚Rohsmanith-Gefühl‘, eine Mischung aus bis zur Abstoßung reichender Irritation, Amüsement, Gefallen an der erlesenen Bildkomposition und der oft sportlichen Frage: wie hat sie das nur hinbekommen? Damit ist man der Kunst Katja Rohsmaniths erlegen und hat begonnen, eine persönliche Geschichte zu synthetisieren, die das Foto evoziert.

    Denn Katja Rohsmanith geht es nicht darum, mit spektakulären Inszenierungen zu beeindrucken und technische Fertigkeiten zu demonstrieren – der Affekt des Publikums ist kein Selbstzweck. Sie möchte Menschen zur Selbstreflexion anregen und im besten Fall mehr Bewusstsein dafür schaffen, dass ‚das Fremde‘ und ‚der Andere‘ zwar anders als man selbst, aber deswegen nicht weniger wert oder gar bedrohlich sind. Ihre Bilder sind künstlerischer Kommentar zu eine emotional verarmenden Gesellschaft isolierter Individuen, deren Mechanismen sie darstellt und kritisiert.

    Warum sollte man sich mit Kunstwerken umgeben, die herausfordernd und nicht leicht konsumierbar sind? Weil sie echt sind. Weil sie uns gerade deswegen nicht kalt lassen, sondern spürbar machen, dass wir lebendig sind.

    Werke von Katja Rohsmanith